Das Ortswappen

Im Wappen der Ortschaft Uetze spiegelt sich die Geschichte des einstigen Uetzer Ritterguts wider, die mit der Historie des Orts verknüpft ist. Im Mittelalter hatte das Adelsgeschlecht derer von Uttensen das Rittergut, den heutigen Junkernhof, als Lehen erhalten. Die Schreibweise der Adelsfamilie änderte sich immer wieder. Zum Schluss nannte sie sich von Uetze. Der letzte männliche Nachkomme der Familie war Jasper von Uetze. Er starb 1503.

Die rechte Hälfte des Ortswappens geht auf das Familienwappen derer von Uetze zurück. Diese Hälfte zeigt drei nach oben gerichtete schwarze Pfeile auf gelben Grund, die das Zeichen dieses Adelsgeschlechts waren. Die linke Hälfte des Ortswappens bezieht sich auf die Familie von Lüneburg.

Stammvater derer von Lüneburg war der Celler Herzog August der Ältere von Braunschweig-Lüneburg. Er lebte in morganatischer Ehe mit der bürgerlichen Amtmannstochter Ilse Schmiedichen. Als morganatische Eheschließung (oder Mesalliance) wurde eine Trauung in einem Fürstenhaus bezeichnet, bei der ein Ehepartner gesellschaftlich nicht ebenbürtig war. Zumeist war es die Frau. Sie wurde auch Ehefrau zur linken Hand genannt.

1624 kaufte August für Ilse Schmiedichen – auch die schöne Ilse genannt - und die gemeinsamen Kinder das Uetzer Rittergut. Ein Jahr später hob Kaiser Ferdinand die schöne Ilse und ihre Kinder in den Adelsstand. Bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten die von Lüneburgs, die auch Uetzer Kirchenpatrone waren, auf dem Junkernhof.

Die obere Hälfte des Ortswappens zeigt einen blauen Braunschweiger Löwen vor roten Herzen. Der Löwe steht für die Abstammung aus dem Fürstenhaus Braunschweig-Lüneburg. Die rechte untere Hälfte ist lediglich rot. Rot ist das Bastardzeichen. Es weist darauf hin, dass Ilse Schmiedichen bürgerlicher Herkunft war. (fws)

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