Die Bundesstraße 188

Seit dem 12. September 1991 können Autofahrer, die auf der Bundesstraße 188 unterwegs sind, einen Bogen um Uetze machen. An dem Tag wurde die Uetzer Umgehungsstraße feierlich eröffnet. Anlässlich der Freigabe der Ortsumgehung erinnerte das damalige Straßenbauamt Hannover in einer Broschüre daran, dass die B 188 auf einen alten Fernweg zurückzuführen ist, der einst Brandenburg mit dem Calenberger Land verband und durch Uetze führte. Vermutlich ist das Uetzer Rittergut, der heutige Junkernhof, im Mittelalter zur Sicherung der ehemaligen Fuhse-Furt in Uetze angelegt worden.

Den alten Fernweg nutzte um 1700 die preußische Königsfamilie, um ihre Verwandten in Hannover zu besuchen. Zum Beispiel ist die preußische Königin Sophie Charlotte, nach der nach deren Tod der Berliner Stadtteil Charlottenburg und das gleichnamige Schloss benannt wurden, am 20. Januar 1703 in Berlin aufgebrochen und bereits am 22. Januar in Hannover eingetroffen. Damit die Königsfamilie diese Entfernung mit Kutschen in nur zwei Tagen zurücklegen konnte, mussten die Bauern, die entlang der Strecke wohnten, ihre Pferde zur Verfügung stellen. Unterwegs wurden die erschöpften Pferde mehrfach gegen frische Tiere ausgetauscht. Auch kurz vor ihrem Tod Anfang 1705 ist Sophie Charlotte, als sie zum Karneval in Hannover fuhr, wahrscheinlich durch Uetze gekommen.

Ein Jahr später besuchten ihr Mann, König Friedrich I, und der Kronprinz Friedrich-Wilhelm, der spätere Soldatenkönig, die Welfenfamilie in Hannover. Nachweisen lässt sich, dass der Soldatenkönig 1720 in Uetze die Pferde gewechselt hat.

Aus dem alten Fernweg ging die Berlinische Heerstraße hervor. Diese bestätigten sich beim Wiener Kongress 1815 Preußen und Hannover gegenseitig als Heerstraße. Später wurde sie zur Bundesstraße 188 erklärt. In Uetze war der Straßenzug Gifhorner/Kaiser-/Burgdorfer Straße Teilstück der B 188. Die Kaiserstraße war, obwohl sie Bundesstraße war, bis 1972 mit Blaubasalt gepflastert (Foto).

Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze nahm der Verkehr auf der B 188 stark zu. Die Autokolonnen mussten sich bis zur Eröffnung der Umgehungsstraße, die 1990/91 gebaut wurde, durch den Ort quälen. (fws)

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