1000 Jahre Wathlingen: Das Rathaus

(mt) Es gibt wohl kaum eine Wathlingerin oder einen Wathlinger, der nicht schon einmal in diesem Gebäude war. Unser Rathaus ist im Lauf der Zeit immer wieder an- und umgebaut worden, die Ursprungsarchitektur ist kaum noch zu erkennen.

Bis 1945 befand sich das Amtszimmer der Gemeindeverwaltung im Haus des jeweiligen Gemeindevorstehers. Am 1. Oktober 1945 zog die Gemeindeverwaltung dann in das alte Schulgebäude Kirchstraße 2A, das zum Gemeindebüro umgebaut worden war. Zum 1. November, bzw. 1. Dezember1947 wurden eine Schreibkraft und eine Bürokraft eingestellt. Der Aufbau einer modernen Verwaltung begann.

1955 erwarb die politische Gemeinde das gesamte Gelände Am Schmiedeberg. Es ist ein historischer Ort, denn hier soll die älteste Adelsfamilie von Watling gesiedelt haben. An diesem Mittelpunkt des alten Dorfes sollte das Rathaus gebaut werden, wie der Rat 1956 beschloss. Allerdings war anfangs nicht jedes Ratsmitglied angesichts der noch herrschenden Wohnraumnot im Dorf von der Dringlichkeit des Rathausbaus überzeugt. Schließlich setzte sich aber doch die Einsicht durch, dass die auf 4200 Einwohner angewachsene Gemeinde nicht mehr aus der Enge des alten Schulgebäudes zu verwalten sei.

Im September 1958 begannen die Ausschachtungsarbeiten für das Rathaus, das damals nur aus dem parallel zum Rathauspark stehenden Gebäudeteil bestand. Am 3. Dezember 1959 übergab der Architekt Wolf-Dieter Wockenfuss die Schlüssel dem Wathlinger Bürgermeister Karl Bleckmann im Rahmen einer Feierstunde.  Sehr zurückhaltend deutete der Architekt die wohl nicht immer einfache Zusammenarbeit mit dem Rat an. Oft habe es langer Ratssitzungen bedurft, bevor man sich auf einen endgültigen Entwurf einigen konnte. Neben Büroräumen für die Verwaltung gab es jetzt endlich einen repräsentativen Sitzungssaal und Räume für den Publikumsverkehr. Die Gemeinde teilte sich damals das Gebäude mit der Kreissparkasse als Mieter, die hier eine Hauptzweigstelle mit eigener Kontoführung für die 900 Wathlinger Kunden errichtete, die am 30. November 1959 immerhin 1.531.000 DM auf ihren Konten bei der Kreissparkasse liegen hatten.

Im Laufe der Jahre wuchsen die Aufgaben der Verwaltung, das Rathaus wurde um- und angebaut, das letzte Mal durch einen Ausbau des Dachgeschosses, der im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde.

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