1000 Jahre Wathlingen: Vom Anstreicher zum Künstler

(mt) „Eigenständig, eigenwillig, unverwechselbar“, so lautet das Urteil der CZ über den Wathlinger Künstler Herbert Blasek, dessen Werke in Deutschland, England, Finnland, Schweden und Frankreich Beachtung fanden. Wer im Landkreis Celle unterwegs ist, trifft auf das vielfältige Werk des Wathlingers: Die Eulenspiegel Steele vor dem Cafe Müller in Celle am Südwall, die Blasek-Eiche in Wienhausen, die Glasfenster in der neuen Wathlinger Friedhofskapelle, sind nur wenige Beispiele.

Geboren am 30. August 1912 als Sohn eines Wathlinger Bergmanns, besuchte Herbert Blasek die hiesige Volksschule, erlernte in Celle das Malerhandwerk und arbeitete danach als Geselle. Sein Berufsschullehrer, der Celler Kunstmaler Carl Bohe, förderte ihn und wies ihm den Weg zur Meisterschule des deutschen Handwerks in Hannover, die er von 1936 bis 1939 besuchte. Dort lernte er das Kunsthandwerk von der Pike auf. Den Krieg erlebte er als Zeichner im Regimentsstab. 1946 kehrte er nach Wathlingen zurück, arbeitete in seinem erlernten Beruf und malte nebenbei. Er entdeckte die freie Malerei als Kunstrichtung für sich, schuf farblich überbordende Ölbilder, Sgraffitos und monumentale Stelen. Bäume waren für ihn Sinnbilder des Unvergänglichen, alte Eichenbalken aus Bauernhäusern faszinierten ihn. In der Umgebung erlangte er schnell eine gewisse Berühmtheit. „Er war so´n – wie heißen die noch, die als Künstler in Paris leben? – So´n Boheme, das war er.“, erinnert sich heute eine Alt-Wathlingerin. Seine Rechnungen bezahlte Blasek nach dem Kriege oft in Aquarellbildern, die Wathlinger Dorfszenen, Blumen- und Naturmotive zeigten. Längst nicht alle Gläubiger schätzten allerdings diese „Künstler-Währung“.

1957 versetzte ihm der Tod seiner ersten Frau einen tiefen Schock. Seine Motive änderten sich. Erstmals reist er nach Spanien, angeregt durch die Kunst der katalanischen Mönche, die sich einst ihre Gläubigkeit von der Seele malten, entwickelte er sich zu einem modernen Nachfahren dieser Tafelmaler. Seit dieser Zeit arbeitete Blasek als freischaffender Künstler. Sakrales, Märchenhaftes, Mythen und Symbolhaftes sind der rote Faden seines Werkes, das sich nicht leicht kategorial erfassen lässt. Er wolle helfen, „die Erhabenheit der Schöpfung den Menschen zu vermitteln“, so beschrieb der Künstler einmal sein Schaffen. Am 12. Januar 2006 starb Herbert Blasek im Alter von 94 Jahren. Er ist auf dem Friedhof in Bockelskamp begraben.

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