1000 Jahre Wathlingen: Die Friedenseichen

(mt) Von Eicklingen kommend, stehen auf der rechten Seite direkt hinter dem Ortseingangsschild drei mächtige Eichen. Alte Wathlinger erzählen, dass dies die „Friedenseichen“ seien, die nach dem „Franzosenkrieg“ gepflanzt worden seien. Aber niemand kann zweifelsfrei angeben, welcher Franzosenkrieg gemeint ist. Zwei historische Daten kommen dafür nämlich in Frage.

Die Eichen könnten nach dem Ende der Napoleonischen Herrschaft 1813 gepflanzt worden sein. Während dieser Zeit waren 10 Jahre lang in Wathlingen französische Soldaten einquartiert, die die Bauern drangsalierten. Das zweite Datum wäre der Sieg des preußischen Königs im Krieg gegen Frankreich 1871.

Zwar waren auf dem Territorium des Deutschen Reichs bereits 1813 hier und da Friedenseichen gepflanzt worden, aber so richtig in Mode kamen die möglichst hochstämmigen Friedenseichen erst nach 1871. Meist wurden diese Eichen zwischen 1872 und 1874 gepflanzt. Gegen dieses Datum führen aber Alt-Wathlinger ins Feld: Die Dörfler seien damals Anhänger des gelb-weißen welfischen Königreichs Hannover gewesen. Sie hätten bestimmt nicht vergessen, dass die Preußen 1866 das Königreich Hannover besiegt und zu einer preußischen Provinz herabgestuft hätten. Daher sei es kaum vorstellbar, dass in Wathlingen zu Ehren eines siegreichen preußischen Königs Eichen gepflanzt worden seien.

Ein hinzugezogener Förster bestätigt, dass die Eichen wohl zwischen 150 und 200 Jahre alt seien, aber durch bloße Inaugenscheinnahme könne man das Baumalter nicht auf 50 oder 60 Jahre genau bestimmen. Die Methode, mit einem Zuwachsbohrer den Stamm anzubohren und so eine Altersbestimmung vorzunehmen, ziehen wir nicht in Betracht. Wir wollen die schönen Bäume nicht verletzen. So belassen wir es bei der Ungenauigkeit. Wer aber etwas über diese Friedenseichen weiß, sagt es bitte dem Heimatverein.

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